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Scale Matters
Kategorie: Skulptur
Kollaboration:

the entropy never ever decreases. the bunker is fading or - dust-ing - away. time is grinding, crushing and pulverizing whatever is created by mankind. time companions the pureness of matter. clearing. clearing and dematerialization of what we think or might have thought matters.

Bei Nietzsche in der fröhlichen Wissenschaft kommentiert ein immaginierter Dämon passend: Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht — und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!

Leerstand
Kategorie: Installation
Kollaboration:

Für das Ausstellungsprojekt in Köln-Mühlheim entstand ein generatives, acht-kanaliges Hörspiel, für das ich bislang leider keinen richtig guten Titel finden konnte. In dem Raum an der Buchenheimer Straße postierte ich mich einen Tag und eine Nacht lang um das

Gemeinsam mit fünf weiteren KünstlerInnen möchte das Ensemble für nicht gekonnte Musik der Frage auf den Grund gehen, warum Menschen in Köln ihre Geschäfte aufgeben. Ob Gentrifizierung, persönliches Scheitern, private oder berufliche Umorientierung – in zwei leerstehenden Ladenlokalen in Köln-Mülheim präsentieren acht KünstlerInnen ihre jeweilige Sicht auf die Geschichten, Visionen und geplatzten Träume der ehemaligen MieterInnen.

Mi Casa es mi Casa
Kategorie: Aktion
Kollaboration: Mavi Garcia

Eine Mauer ist notwendig, solange das Ummauerte, zu schützende Gut denen vorbehalten bleiben soll, die das Recht des Besitzens für sich beanspruchen. Eine Mauer ist ein Machtinstrument, das durch seine Unüberwindbarkeit Konfrontationen vorbeugt. Gleichzeitig lässt sich das Vorhandensein eines Innerhalb der Mauer als Legitimation verwenden, das, was sich dort innerhalb befindet, als schützenswert zu erachten.

Das Überlegenheitsgefühl im Inneren beruht auf den bewundernden oder neidischen Blicken von Außen. Diese wiederum werden von der Mauer selbst erzeugt, denn die Mauer umrahmt deutlich / zeigt Ihnen deutlich das, was nicht Ihres ist.

Gleichwohl kann ein Innen von Außen abschätzig betrachtet werden: von einem anderen (äußeren, anderen) Innerhalb aus, in dem noch wertvollere Werte mit noch höheren Mauern geschützt sind.

Eine Mauer kann also ihre eigene Notwendigkeit produzieren, in dem sie durch die geschaffene Voraussetzung der inneren Lebensqualität gleichzeitig den unabdingbaren Schutz des zu erhaltenden Zustandes bieten kann.

Zur Erfüllung dererlei Aufgaben sind im übrigen auch Zäune, Gräben oder Wälle adäquate Mittel.

Die Aktion Mi Casa Es Mi Casa [abgeleitet vom span. Sprichwort Mi Casa es tu Casa] zeigt, wie die banale Handlung des Errichtens einer Mauer Kategorien wie Ausländer, Flüchtlinge oder Immigranten erst erzeugt. Zwei Arbeiter errichten eine Mauer, die zur Projektionsfläche eines Videos wird. Darin sind die entindividualisierten Personen eingereiht, die sich für ein vermeintlich besseres Leben anstellen und es wartet doch nur ein Platz im Leichensack auf sie. Die Mauer schafft Distanz zwischen den zerschellenden Hoffnungen und Sehnsüchten der Fremden und den behüteten Heimstätten der Wohlstandsmenschen der Überflussgesellschaft. Die von innen heraus produzierten Töne und Bilder der scheinbar homogenen Menschenmasse außen sind problemlos ein-, um- und abschaltbar. Wieviel sie von der anderen Seite der Mauer sehen oder hören möchten, können alle für sich ganz individuell entscheiden.

Inwieweit die Menschen im Inneren von der Mauer neben geschützt auch eingesperrt sind, bleibt offen.

Nichtung auf allen Kanaelen
Kategorie: Installation
Kollaboration: keine
Den Ausganspunkt dieser Arbeit bildet die Werkreihe Die Entdeckung der Null, eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Nichts und dessen Anwendung als künstlerische Praxis. In Zeiten hochkomplexer Steuerungsverfahren und allgemein um sich greifender Kontrollzwänge ist für mich die Auseinandersetzung mit dem Nichts interessant und notwendig. Meiner Überzeugung nach tritt das menschliche oder humane an Kanten, Fehlern und Dysfunktionen hervor. Die in einem optimalen Prozess fehlende Reibung verhindert das Entstehen von Energie, gleichzeitig verliert das ganze System in seiner reinen funktion letztlich die Relevanz und wird im besten Fall opak. Als eigenes Phänomen sicher interessant, jedoch beschäftige ich mich in dieser Arbeit mehr mit dem System im Bezug auf die Menschen: Eine Skulptur - an eine Röhre oder einen Kamin erinnernd - zieht durch das ausfallende Licht an beiden offenen Enden Aufmerksamkeit auf sich. Der direkte Blick in das Innere bleibt vorerst verwehrt. Ist das Publikum neugierig genug, kann es versuchen einen Blick in das Innere zu werfen. Die Näherung löst jedoch nicht wie erwartet die angestaute Spannung auf, sondern erzeugt durch die Interaktion mit dem Publikum bloß Ungewissheit und Verwirrung. Versucht die Betrachterin nämlich in das Innere der Skulptur zu blicken, wird das Licht im Inneren wie von Geisterhand gelöscht. Nach dem Abwenden von der Installation wird der verunsicherte Betrachter nach einigen Momenten durch ein leises Klicken des Schaltkreises (bzw. des Relais) wieder aufmerksam - das Licht brennt erneut, gleichzeitig ist der ganze Interaktionsprozess nun vollendet.
Wortsampler
Kategorie: Poesie
Kollaboration: Marc Matter

Am 11. und 12. April 2015 fand zum ersten Mal in der Düsseldorfer Betonbox das Wortsampler Festival statt. Neben dem Abend mit Aufführungen und Performances, an dem Audio-Texte, Sample-Poetry und digitale Poesie präsentiert wurden, waren zur Konferenz am folgenden Tag Gäste eingeladen, um über das Potential des noch un-etikettierten Genres zu sprechen.

WORTSAMPLER ist ein, in James Joyces Finnegans Wake zu findender Neologismus unter dem Marc Matter und Florian Zeeh die Auseinandersetzung mit dem Thema der Sample-Poesie zusammenfassen.

Der Schwerpunkt liegt auf unterschiedlichen Formen Akustischer Kunst und Literatur, die unter Einbeziehung von akustischem Fremdmaterial im Medium Text nach neuen poetischen Formen suchen. Dabei handelt es sich um ein Feld zwischen Literatur, Klangkunst und Performance, in dem schon lange experimentiert wird, welches aber im Literaturbetrieb kaum Beachtung findet.

Der erste WORTSAMPLER als Öffentlicher Diskurs fand im April 2015 statt. Neben einem Abend mit Aufführungen und Performances, an dem Audio-Texte, Sample-Poetry und digitale Poesie präsentiert wurden, fand am Folgetag eine Konferenz im Institut Fuer Musik und Medien statt.

Nach einem, in das Thema Einführenden Vortrag stellten verschiedene eingeladene RednerInnen ihre perspektive auf das Thema vor. Unter anderem wurde die historische verortung besprochen, die Vor- und Nachteile der Einbindung in einen Genrebegriff diskutiert und sich über zukuenftige Perspektiven des Wortsamplens ausgetauscht. Die Veranstaltungen fanden große Resonanz sowohl bei den, im Feld agierenden KünstlerInnen, als auch der Öffentlichkeit.

Homoeostepp
Kategorie: Live-Coding
Kollaboration: Peter Thoma
Ein Homöostat ist ein, sich in homöostase befindendes System.

Homöostase bezeichnet einen zustand, in dem ein system sich durch innere regelvorgänge im gleichgewicht hält. beispiele für solche systeme, die sich ihren äußeren reizen anpassen, finden sich in der kybernetischen betrachtung von verschiedensten wissenschaften. ein typischer, einfacher homöostat ist ein termostat. das termostat besitzt einen eingang (sensor) und einen ausgang (kontrollsignal), mithilfe derer es einen gewünschten zustand (z.b. 20°C) selbst regulieren kann. durch den abgleich des messergebnises (ist-zustand) mit dem soll-zustand kann die innere regulierung so erfolgen, dass sich das system in einem stabilen gleichgewicht befindet.

In Homöostep, einer live-elektronischen stepptanz performance, ist die idee der regulierenden rückkopplung musikalisch und tänzerisch umgesetzt. die stepptänzerin ist durch sensorensohlen mit entsprechendem w-lan-sender in der lage, ihre fuß-bewegungen (2x 3 freiheitsgrade) über das osc-protokoll als daten zu versenden. diese daten, sechs 10-bit zahlen, werden sonifiziert und als geräusch/klang/musik im raum über lautsprecher hörbar gemacht. da das stepptanzen an sich schon fast mehr musikalischer, als tänzerischer ausdruck ist, ergibt sich durch das auditive feedback aller (auch der normalerweise nicht hörbaren) Bewegungen besonders für die Stepptänzerin ein spannendes und herausforderndes Experiment.

Entdeckung der Null
Kategorie: Performance
Kollaboration:

Ein Konzert, das nicht stattfindet. Ein Dialog, der viele Sprachen spricht. Er steht im Dialog mit dem Nichts.

Ein konzert, das nicht stattfinden soll. dadurch spricht niemand mit nichts. doch es muss jemand sprechen, damit es ein konzert sein kann. das nicht denken, sprechen, hören möglich ist, auch wenn nicht gedacht, gesprochen oder gehört werden soll, bildet das recht abstrakte problem unserers verständnisses von nichts ab. diese paradoxe Auseinandersetzung wird durch Stimme, der Ney-Flöte und Supercollider hörbar, erfahrbar und erlebbar gemacht. Eine Stimme aus dem Lautsprecher leitet an. Den Anleitungen folgen – ist das überhaupt moeglich?

Ein ständiges Oszillieren zwischen Aktivität und Passivität, Denken und nicht Denken. Reine Passivität als unmöglicher Auftrag. Eine klangpoetische Betrachtung der Nutzlosigkeit als Lichtblick, von der Dauer einer Viertelstunde.

Perpetuum
Kategorie: Aktion
Kollaboration: Mavi Garcia

In kreisförmiger Unbewegtheit verzehren sie sich, um den letzten Tropfen zu verschenken. Im ersten Teil der Performance - Trilogie Schwarze Kiste behandeln Mavi Garcia und Florian Zeeh Fragen zur Arbeitsmoral. Arbeit, der entfremdete Schaffensprozess - Sinnlos für die Ewigkeit.

A. Camus sagt: Der Kampf gegen den Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. In der Performance kreist das Wasser. Die Aufgabe der Aktionisten besteht darin, das Wasser immerzu rundherum zu transportieren. Dabei bleibt im besten Fall mal ein Tropfen für sie übrig - sie dursten. In der unhinterfragten Pflichterfüllung wird das Wasser verschwendet, bis nichts mehr davon übrig ist. Und alle bleiben durstig. Die völlige Sinnlosigkeit des Vorgangs steht im Mittelpunk.

Nutzlosigkeit als Lichtblick
Kategorie: Video
Kollaboration:

In der Videoarbeit beschäftige ich mich, ähnlich wie in Entdeckung der Null, mit dem Nichts. Hier auf eine konstruktive Art und Weise, in dem das Nichts produziert wird.

Andererseits stellt sich damit automatisch die Frage, ob Nichts überhaupt aus Etwas hervorgehen kann. Ist das, was hier passiert nicht vielmehr die Transformation von Energie? Physikalisch in jedem Fall. Bleibt vielleicht noch die Metaphysik als möglicheit, Nichts zu denken.

Gleichzeitig kann hier die Frage nach einer möglichen Verwertung im kapitalistischen Sinne gestellt werden. Wie verhält sich ein destruktives System oder das konstruktive Nichts im Zusammenhang der Wertschöpfung?

Stahl Glas Strom
Kategorie: Installation
Kollaboration:

Stahl, Glas und Strom. Das sind die Hauptzutaten fuer eine Maschinerie, die gesteuert durch ihre Betrachter, Fehler und Berechnungen den Raum strukturiert. Drei unabhaengig von einander, unablaesslich kreisende Glaszylinder, in denen jeweils eine kleine Stahlkugel hin und her geworfen wird, produzieren Klang, Lichtbrechungen und Schatten. Manchmal halten sie inne - ein Magnet interveniert. Das in der Zukunft liegende Bersten des Glases, das Rosten des Stahls und die Urgewalten, die in ferner Vergangenheit die Materialien zum Vorschein brachten, existieren in diesem Raum zeitgleich.


Über Fehler, Psychologie: eine unbeabsichtigte Falschleistung, deren Unrichtigkeit bedingt ist durch ein Versagen der psychischen Funktionen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken(Brockhaus)

Deutsches Institut für Normung (DIN): Ein Merkmalswert, der die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt

Die Bedeutung von Fehlern ist meistens recht schnell und eindeutig geklärt. Entweder verweist der Fehler auf das Problem, das durch diesen Verweis nun gelöst werden kann, oder man lernt dazu und macht es das nächste Mal besser. Schon in diesem Ausspruch: Das nächste Mal besser machen, wird eine grundlegende Problematik sicht- bzw. hörbar. In meiner künstlerischen Arbeit schließe ich von vorn herein kategorien wie: richtig; falsch; besser; schlechter etc. aus. Den Schaffensprozess sehe ich als Versuch, von dem ich kein Ergebnis erwarte.

Bei dieser Arbeit ging ich von einem Konzept aus, das vorerst nur als Theorie bestand hatte. Ich ließ mich von den Materialien, Stahl, Glas und Strom leiten und unterwarf meine Entscheidungen den Möglichkeiten und Einschränkungen, die diese Materialien bieten. Aus der Diskrepanz zwischen Konzept und Beschreibung lassen sich bereits einige Ergebnisse dieser Arbeitsweise ablesen. Interessnat ist die Frage, wie diese vermeintlichen Fehler im Zusammenhang mit der Installation wirken.

Die physische manifestierung einer Komposition von Struktur verändert durch die intermediale Transformation selbst schon ihre Struktur, und damit die Komposition. An dieser Veränderung bin ich interessiert. In der Arbeit geht es um Rhythmus auf verschiedenen Ebenen. Neben dem Klang sind auch die Bewegungen, die Anordnung der Apparate im Raum, und das Spiel aus Licht und Schatten rhythmisch strukturiert. Diese verschiednen Rhythmen stehen in einem Verhältnis und bedingen sich gegenseitig. Durch die beschriebenen, unüberschaubaren Fehler spielt die, ohnehin schon komplexe Rhythmusmaschinerie, noch komplexere Rhythmen.

Die Fehler oder, um es mit den Worten der DIN zu beschreiben: Merkmalswerte, die die vorgegebenen Forderungen nicht erfüllen, empfinde ich als bereicherung - sowohl des Werkes, als auch meines gesamten Lebens. Außerdem ergibt sich daraus der erfreuliche Nebeneffekt, dass der Besucher zu jeder Zeit einen anderen Rhythmus wahrnimmt.

Wie schon an anderer Stelle beschrieben, bin ich an den Übergängen von Vorhersehbarkeit und Unvorhersebarkeit interessiert. Die Fehler, die zum einen zufällig, zum anderen von mir bewusst und unbewusst produziert werden, eröffnen neue Perspektiven und bereichern zukuenftige Schaffensprozesse.

Entsprechungen
Kategorie: Installation
Kollaboration:

Die interaktive Installation Entsprechungen verwehrt sich im ersten Moment dem Publikum. Das Betätigen eines Seilzuges, der neben jedem der drei Entsprecher angebracht ist, widerspricht der Erwartung. Nichts passiert. Plötzlich dann doch: eine Stimme. Schwer verständlich krächtz sie aus dem an eine Mischung von Gegensprechanlage und Vogelhäusschen erinnernden Apparat. Dann wieder nichts. Ein reales telematisches Ereignis, oder ein inszenierter Fake? Beides. Die BesucherInnen kommunizieren unwissend miteinander. Der Empfänger, der Sender und die Botschaft: unbekannt.

Spurenhoerer
Kategorie: Performanceinstallation
Kollaboration: Mavi Garcia, Stefan Hauberg

Drei Aktionisten. Drei Räume. Ein Tag. Die Verbindung von Wahrnehmung und Gedächtnis ist eine Verbindung zwischen zwei mysteriösen Phänomenen. Normalerweise bleibt uns das, was dazwischen passiert, verborgen. Wir erleben uns als rationale Einheit, wir blicken aus einer Perspektive auf die Welt und sagen: Dies da, und Jenes dort. Wir hören, wir erinnern uns an das Geräusch und stellen uns vor, wie es wohl in ein paar Stunden klingen wird. Wir nehmen eine Perspektive im Bezug zur Zeit ein.

Betonbox
Kategorie: Organisation
Kollaboration:

Gründung der BETONBOX. Ein Offraum im düsseldorfer Norden.